Chrüteroski

Als ich 1974 selbständig wurde, d.h. zu wirten begonnen habe, stand auf jedem Esstisch ein Menage (Gewürzständer) mit Salz, Pfeffer, Aromat und Maggi flüssig und die Gerichte, die aus der Küche kamen wurden mit Schnittlauch bestreut oder mit einem Peterli dekoriert. Etwas anderes kannte man kaum.

Im Garten meines Elternhauses gab es aber schon in meiner Kindheit Dill, Bohnenkraut, Majoran, Thymian, Rosmarin, Liebstöckel und Meerrettich. Zudem sammelten wir auf Sonntagsspaziergängen Zytrööseli, Löwenzahn, Bärlauch,  Bachkresse und Holunder, die meine Mutter zu Köstlichkeiten verarbeitete.

So war mein Interesse an Kräutern, Beeren und Früchten schon immer vorhanden. Ich forschte in alten Kräuterbüchern vom Pfarrer Künzli, Dr. Leonardo Fuchs und anderen über die Eigenheiten von Wildpflanzen, lernte dabei viel über deren Vorkommen, Verwendung und Bekömmlichkeit. Ich bin interessanten Persönlichkeiten begegnet, die mir auf Spaziergängen durch Felder und Wälder viel botanisches Wissen vermittelt haben.

 Oskar Marti

Ich habe in meinem Kräutergarten bis zu 60 verschiedenen Kräutern und geniessbaren Blüten angepflanzt, dazu noch viele wild in freier Natur gesammelt, mit denen ich in meiner Küche dann damit tüftelte und probierte, dann meinen Gästen servierte und die Rezepte in Büchern veröffentlichte. Das brachte mir den Spitznamen "Chrüteroski" ein.

Nach 36 Jahren erfolgreichen Wirtens betreten meine Frau und ich einen neuen ruhigeren Lebensabschnitt. Das heisst aber nicht, dass ich dem Gastgewerbe den Rücken drehe, vielmehr möchte ich mein Wissen und meine langjährige Erfahrung weitergeben und so neue Wege, Möglichkeiten und Profilierungen in der Gastronomie aufzeigen.